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Seelische Heilung

Der Heilungsprozess seelischer Wunden kann schwer zu verstehen sein.
Man sieht die Wunden nicht und doch spürt man sie ganz deutlich wenn der „Finger in der Wunde liegt“.

Wie heilt die Seele? Wann ist man geheilt?


Bei Traumafolgestörungen kann es z.B. sehr schwer sein zu verstehen was mit einem passiert, weil das traumatische Erlebnis manchmal sogar erst nach Jahren getriggert wird. Man steht im Beruf, führt ein geregeltes Leben und auf einmal macht man den Schrecken emotional und auch körperlich erneut durch. Man weiß auf Verstandesebene aber, dass die Bedrohung nicht mehr real ist und das ist sehr belastend.


Die Bedrohung mag zwar nicht mehr real sein, aber die Wunden sind es durchaus.

Sobald man jedoch ein Bewusstsein und Verständnis für sich entwickelt hat, kann der Heilungsprozess z.B. auch mit Hilfe eines Therapeuten beginnen.

Was ich bisher über den seelischen Heilungsprozess gelernt habe:

 

  • Heilung ist nicht linear. Es gibt Höhen und Tiefen, aber das heißt nicht, dass es nicht vorwärts geht.
  • Heilung braucht vor allem Selbstliebe. Begegnen wir uns selbst liebevoll können wir heilen.
  • Heilung braucht Authentizität. Bin ich authentisch mit mir und meinem Umfeld, schaffe ich gute Bedingungen für Heilung.
  • Heilung braucht Zeit. Was sich über Jahre hinweg tiefer und tiefer in die Seele eingegraben hat, kann vielleicht nicht innerhalb von ein paar Wochen oder Monaten gelöst werden.
  • Heilung braucht Vergebung. Sich selbst und anderen. Wenn wir die Wut gehen lassen und mit dem Geschehenen unseren Frieden machen können, schaffen wir Platz für Heilung.
  • Heilung braucht Selbstverantwortung. Wir müssen raus aus der Opferrolle. Auch wenn wir etwas oder jemandem zum Opfer gefallen sind, wir müssen da raus um in unsere Kraft zu kommen.
  • Heilung braucht Mut zur Schwäche. Wir verstecken uns viel hinter unseren Mauern und manchmal sogar schwer bewaffnet. Erlauben wir uns auch einmal schwach zu sein, können wir die Erfahrung machen, dass wir gar nicht wirklich schwach sind, sondern sehr stark.
  • Was heilen soll muss gesehen, angenommen und gewürdigt werden. Das sollte in einem geschützten Raum und am besten in therapeutischer Begleitung geschehen.

 

Alle Wege führen nach Rom

Es gibt nicht den einen Heilungsweg, der für alle funktioniert. Heilung ist ganz individuell und auch was Heilung oder heil sein für jeden einzelnen bedeutet, kann vollkommen unterschiedlich sein.

 

Heilung ist vielleicht auch weniger ein Ziel sondern mehr ein Weg. Manchmal scheint es so zu sein, dass man mit gewissen Dingen lernen muss zu leben. Es gibt leider oder vielleicht auch zum Glück keinen Knopf der es möglich macht alle belastenden Erfahrungen einfach aus dem Gedächtnis zu löschen. Aber wir können den Dingen eine neue Bewertung oder Bedeutung geben, uns mit ihnen aussöhnen, sie anders einordnen, in unsere Biographie integrieren und sie liebevoll als einen Teil von uns annehmen. Das macht uns am Ende heil, das macht uns ganz.

Das Ablehnen von allem was zu uns und unserem Leben gehört, macht uns am Ende vielleicht mehr zu schaffen, als die belastenden Erfahrungen selbst.

 

Und am Ende wird alles gut

Heil sein heißt vielleicht nicht ganz gesund zu sein (im Sinne von vollkommen symptomfrei), weil man womöglich immer eine gewisse Reaktion auf bestimmte Trigger haben wird. Heil sein kann aber heißen, dass man immer besser und irgendwann auch gut damit leben kann. Und das schöne daran ist doch, dass man durch diese Erfahrung die Möglichkeit hatte viel über sich selbst zu lernen und in engen Kontakt mit sich selbst zu kommen, eine gesunde Beziehung zu sich selbst aufzubauen. Die wichtigste Beziehung von allen.

 

Vielleicht entwickelt sich sogar einmal ein Gefühl der Dankbarkeit für alles was geschehen ist.


Was brauchst du um zu heilen?

Liebst,

Deine Jennifer

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