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My way...It´s not about the destination, it´s about the journey

Ein tiefer Atemzug. Es fühlt sich noch etwas seltsam an, dieses neue Normal. Für die meisten von uns geht es darum mit den veränderten Umständen durch die Corona-Pandemie zurecht zu kommen. Für viele ist es eine harte Zeit und die Zukunft ungewiss. Davon bin ich zum Glück nur am Rande betroffen und ehrlich gesagt kam die Entschleunigung wie gerufen.

Kurz vor dem Ausbruch hier in Deutschland ging es mir wegen des Verlustes meiner Oma, zu der ich ein sehr inniges Verhältnis hatte, so schlecht, dass ich wochenlang nicht wusste wie mein Leben weitergehen sollte. Der Trauermantel wog Tonnen und es gelang mir allein schlecht ihn abzulegen.

 

Trauer ist ein ganz natürlicher und auch gesunder Prozess, so habe ich mir Mühe gegeben ihr voller Wertschätzung Raum zu lassen. Nach dem Tod meines besten Freundes vor dreieinhalb Jahren ging es mir auch sehr schlecht und damals habe ich bereits gelernt, dass es erst besser wird, wenn man die Trauer zulässt.

Die schwersten Wochen vergingen allmählich und Dank der Unterstützung von Trauerbegleiterin Vanessa Rippegarten von backtohappiness Coaching setzte ich einen Fuß vor den anderen und lernte wieder laufen auf dem Weg durch die Trauer. Ich weiß, dass die Wellen besonders im ersten Jahr nach dem Verlust immer wieder über mir hereinbrechen können, aber ich weiß immer besser damit umzugehen und es so wird es mit der Zeit leichter ums Herz.

 

Inzwischen sind schon 5 Monate vergangen, seit dem Abschied und ich habe wieder mehr Lebensfreude gefunden. Besonders seit dem ich mich aktiv in den Prozess begeben habe herauszufinden was ich nun mit meinem Leben anfangen möchte. Mir wurde bewusst, dass mir auf einmal eine Aufgabe, ja sogar der Sinn fehlte. Das ist auch ganz natürlich, wenn man sich lange Zeit sehr intensiv um einen anderen Menschen gekümmert hat. Also ging ich auf eine kleine Entdeckungsreise und da man ohnehin nicht viel raus konnte wegen Corona war das die beste Gelegenheit für eine Reise ins Innerste.

 

Es war wieder an der Zeit einen Blick auf das eigene Leben zu werfen. Wo stehe ich? Was habe ich bisher erreicht? Wo möchte ich hin? Was lässt mein Herz vor Freude Purzelbäume schlagen?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden betrachtete ich u.a. meine Werte. Geholfen dabei hat mir vor allem ein Seminar von John Strelecky, dem Buchautor vom Café am Rande der Welt. Dieser Tag vor zwei Wochen war der letzte Schubser raus aus der Starre und der Verzweiflung rein in eine lichtvolle Zukunft. 

 

Mich interessierte vor allem ob sich durch die prägende Erfahrung der letzten Monate was an meinen Werten geändert hat. Ich habe den wichtigsten Menschen in meinem Leben jahrelang betreut, gepflegt und schließlich intensiv Tag und Nacht über Wochen auf dem letzten Weg bis zum Schluss begleiten dürfen. Das hat sehr viel mit mir gemacht und mein Leben stand nach dem Tod meiner Oma komplett auf dem Prüfstand. Schließlich fand ich heraus, dass sich an meinen Kernwerten nichts geändert hatte, außer dass mir manche noch wichtiger geworden sind.

 

Liebe, Dankbarkeit, Ehrlichkeit, Freiheit, Unabhängigkeit, Sicherheit, Spiritualität und Verbundenheit

 

Die liebe Verbundenheit war lange Zeit ein schwieriges Thema für mich. Einerseits sehnte ich mich sehr danach, andererseits machte es mir aufgrund meiner Erfahrungen mit unsicheren Beziehungen in meiner Kindheit Angst zu viel Nähe zuzulassen. Inzwischen fällt es mir leichter mich zu verbinden und ich möchte lernen noch mehr Verbundenheit zuzulassen. Deshalb ist sie zu einem meiner Kernwerte geworden.

Meine wichtigste Erkenntnis war, dass ich auch ohne meine Oma in dieser Welt noch so viel habe. Zu wissen was meine Werte sind und nach ihnen leben zu können, löst in mir ein Gefühl der Freude und Dankbarkeit aus, denn mit Hilfe meiner Werte gestalte ich in Zukunft mein Leben aus meinem Innersten und nach meiner Vorstellung.

Ich muss mich nicht mit Umständen abfinden, weil es nicht anders geht, denn wir können immer etwas verändern, uns ausdrücken und das leben was wir leben möchten. Manchmal ist es nicht so einfach Wege zu finden, weil es heißt gewohntes Terrain zu verlassen, aus der Comfortzone zu treten, aber es ist immer möglich einen Weg zu finden. 

 

Mich damit zu beschäftigen was mir im Leben wirklich wichtig ist, wodurch sich mein Leben besser anfühlt, hat mich wieder mit mir selbst und dem Leben an sich verbunden. Die Arbeit mit meinen Werten hat meinen Kompass wieder neu ausgerichtet. Und selbst wenn ich noch nicht genau weiß wo ich ankomme bin ich auf meinem ganz besonderen eigenen Herzensweg. Meine Oma wird mich immer begleiten, da bin ich mir sicher. Und ich glaube sie freut sich mit mir auf alles was da kommt.

 

Alles Liebe,

Jennifer

 

P.S. Falls du noch mal zum Thema Werte nachlesen magst kannst du das hier machen.

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